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Eingewöhnung – eine Distanz-Nähe-Co-Regulation

Die Eingewöhnung ist ein sensibler Übergangsprozess – für das Kind ebenso wie für die Eltern. Sie bedeutet nicht nur einen neuen Alltag, sondern oft auch die erste bewusste Trennung voneinander. Deshalb gestalte ich diesen Schritt behutsam, individuell und in engem Kontakt mit Ihnen.

Ich verstehe die Eingewöhnung als einen Prozess der Distanz-Nähe-Co-Regulation. Das bedeutet, dass sich Nähe und erste Trennungserfahrungen in einem fein abgestimmten Wechsel entwickeln. Ihr Kind bleibt dabei nicht allein, sondern wird in diesem Prozess begleitet – emotional, körperlich und in Beziehung.

Zu Beginn begleitet ein Elternteil das Kind in die Kindertagespflegestelle. In dieser Phase darf alles langsam entstehen. Es geht nicht darum, dass das Kind sich möglichst schnell anpasst, sondern darum, dass es sich sicher fühlen kann. Ihr Kind darf ankommen, beobachten und sich orientieren – getragen von der Gewissheit, dass Sie da sind.

Gleichzeitig ist diese Zeit auch für Sie als Eltern von großer Bedeutung. Die erste Trennung ist häufig mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden – Vertrauen, Unsicherheit, vielleicht auch Zweifel oder innere Anspannung. Diese Emotionen sind ein natürlicher Teil des Prozesses und wirken sich auch auf Ihr Kind aus.

Deshalb richte ich meine Aufmerksamkeit bewusst auch auf Sie. Im Austausch entsteht Raum für Fragen, Wahrnehmungen und Unsicherheiten. Ziel ist es, ein tragfähiges Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wenn Sie sich sicher fühlen, kann auch Ihr Kind leichter Vertrauen entwickeln und sich auf die neue Situation einlassen.

Im weiteren Verlauf der Eingewöhnung wird die gemeinsame Anwesenheit schrittweise reduziert. Die ersten kurzen Trennungen entstehen behutsam und werden langsam erweitert. Dabei orientiere ich mich nicht an einem festen Zeitplan, sondern an den Signalen Ihres Kindes und an Ihren Rückmeldungen: Wie erlebt Ihr Kind diese Übergänge? Lässt es sich beruhigen? Und wie geht es Ihnen mit dem Loslassen?

Ein entscheidender Schritt ist erreicht, wenn Ihr Kind beginnt, mich als verlässliche Bezugsperson anzunehmen. Dies zeigt sich darin, dass es sich auch in belastenden Momenten von mir trösten lässt und bei mir wieder zur Ruhe finden kann. Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen – er entsteht aus Beziehung und Vertrauen.

Gleichzeitig bleibt die Bindung zu Ihnen als Eltern unberührt und einzigartig. Mein Anliegen ist es nicht, diese zu ersetzen, sondern Ihrem Kind eine zusätzliche, sichere Beziehung anzubieten. Beide Verbindungen dürfen nebeneinander bestehen und sich ergänzen.

Die Eingewöhnung gilt dann als gelungen, wenn sich sowohl Ihr Kind als auch Sie in der neuen Situation sicher fühlen. Wenn Ihr Kind sich bei mir aufgehoben fühlt und Sie Ihr Kind mit einem guten Gefühl in meine Begleitung geben können, ist die Grundlage für den weiteren Alltag geschaffen.

Ein wesentliches Ziel der Eingewöhnung ist dabei nicht die Loslösung von den Eltern, sondern die Stärkung der Bindung zwischen Kind und seinen Bezugspersonen.
Denn ein Kind, das neue Beziehungen eingehen kann, ohne seine ursprüngliche Bindung zu verlieren, erlebt sich in der Welt als sicher und getragen.

Dieser Prozess braucht Zeit, Aufmerksamkeit und gegenseitiges Vertrauen. Er lässt sich nicht beschleunigen – aber er lässt sich achtsam und gemeinsam gestalten.

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